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Finanzierung eines Unternehmenskaufs: Möglichkeiten in Spanien (2026)

Jose Almonacid·Mitgründer und M&A-Berater, Alcara Partners··15 Min. Lesezeit

Wie wird der Kauf eines Unternehmens in Spanien finanziert?

Der Kauf eines Unternehmens in Spanien wird üblicherweise aus mehreren Quellen finanziert: Eigenkapital des Käufers (ein erheblicher Teil des Kaufpreises), Bankfinanzierung sowie eine oder mehrere ergänzende Formen wie Verkäuferdarlehen (Vendor Finance), Earn-outs oder ICO-Förderlinien. Selten deckt eine einzige Quelle die gesamte Transaktion ab, und die Fähigkeit, eine kluge Finanzierung zu strukturieren, unterscheidet oft den Käufer, der den Abschluss schafft, von dem, der über das Angebot nicht hinauskommt.

Durchaus tragfähige Transaktionen in der Valencianischen Gemeinschaft (Comunidad Valenciana) können an einer schlecht geplanten Finanzierung scheitern. Nicht, weil kein Geld vorhanden wäre, sondern weil der Käufer nicht alle verfügbaren Instrumente kennt oder nicht weiß, wie man sie kombiniert. Dieser Artikel geht jede Option durch – mit typischen Konditionen, Vor- und Nachteilen und einem Praxisbeispiel, damit Sie Ihre Übernahme realistisch planen können.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für den Kauf eines Unternehmens?

Sie müssen einen erheblichen Teil des Kaufpreises aus Eigenkapital aufbringen, abhängig vom Risikoprofil der Transaktion und den Sicherheiten, die Sie stellen können. Das ist der Ausgangspunkt jeder Finanzierungsstruktur, denn sowohl Banken als auch Verkäufer wollen sehen, dass der Käufer „Skin in the Game“ hat, also selbst etwas riskiert.

Ein Käufer mit wenig Eigenkapital wird es sehr schwer haben, eine Bankfinanzierung zu erhalten, es sei denn, das Zielunternehmen verfügt über erhebliche Immobilienwerte oder sehr stabile Cashflows. Bei Transaktionen von KMU (kleinen und mittleren Unternehmen) in der Valencianischen Gemeinschaft bedeutet das, diesen Teil des Kaufpreises als Eigenkapital bereitzuhalten, bevor Sie mit Banken und Verkäufern verhandeln.

Das Eigenkapital kann stammen aus:

  • Persönlichen Ersparnissen des Käufers.
  • Einlagen von Partnern oder Co-Investoren.
  • Family & Friends: Investoren aus dem persönlichen Umfeld, die sich an der Transaktion beteiligen.
  • Verkauf anderer Vermögenswerte: Immobilien, Wertpapierdepots usw.

Wie funktioniert ein Bankdarlehen für den Kauf eines Unternehmens?

Das Bankdarlehen ist in Spanien die häufigste externe Finanzierungsquelle bei KMU-Übernahmen und deckt in der Regel einen erheblichen Teil des Kaufpreises ab. Banken prüfen sowohl die Rückzahlungsfähigkeit des Zielunternehmens als auch die persönlichen Sicherheiten des Käufers.

Typische Konditionen in Spanien (2026)

KriteriumÜbliche Spanne
Finanzierter BetragEin erheblicher Teil des Kaufpreises
LaufzeitMehrere Jahre (in manchen Fällen länger)
ZinssatzEuribor + Marge (je nach Profil)
Tilgungsfreie ZeitMöglich, je nach Transaktion
SicherheitenPersönliche Bürgschaften + Verpfändung der Geschäftsanteile
BearbeitungsgebührJe nach Bank

Worauf Banken achten

Banken analysieren vor allem:

  • EBITDA des Zielunternehmens: Das ist die entscheidende Größe. Sie erwarten, dass nach dem Schuldendienst ein komfortabler Spielraum beim bereinigten EBITDA bleibt.
  • Historie des Unternehmens: mehrere Jahre geprüfte oder beim Handelsregister hinterlegte Jahresabschlüsse.
  • Businessplan des Käufers: was er mit dem Unternehmen vorhat und wie er die Rückzahlungsfähigkeit begründet.
  • Zusätzliche Sicherheiten: persönliche Bürgschaften, Hypotheken auf Immobilien usw.

Vorteile

  • Ermöglicht einen erheblichen Fremdkapitalhebel.
  • Wettbewerbsfähige Zinsen, wenn das Unternehmen ein gutes Profil hat.
  • Lange Laufzeiten, die die Tilgung aus den Cashflows des Unternehmens erleichtern.

Nachteile

  • Langsamer Genehmigungsprozess (mehrere Monate).
  • Persönliche Bürgschaften werden verlangt, die den Käufer persönlich haften lassen.
  • Starre Covenants (Kreditauflagen), die unternehmerische Entscheidungen einschränken.

Wenn Sie den Erwerb eines Unternehmens erwägen, sehen Sie sich die verfügbaren Kaufgelegenheiten auf unserer Plattform an.

Was sind ICO-Förderlinien und wie lassen sie sich für einen Unternehmenskauf nutzen?

ICO-Förderlinien (des Instituto de Crédito Oficial, der staatlichen spanischen Förderbank) sind öffentliche Finanzierungsinstrumente, die über private Banken vergeben werden, und 2026 gehören sie zu den attraktivsten Optionen, um den Kauf eines Unternehmens in Spanien zu finanzieren. Die Linie ICO Empresas y Emprendedores kann bis zu 100 % des Finanzierungsbedarfs abdecken; Verträge können das ganze Jahr 2026 über abgeschlossen werden.

Linie ICO Empresas y Emprendedores

Die für Unternehmensübernahmen wichtigste Linie ist ICO Empresas y Emprendedores (ICO-Linie für Unternehmen und Gründer), mit der sich der Erwerb produktiven Anlagevermögens finanzieren lässt, einschließlich laufender Unternehmen.

Wichtigste Konditionen:

  • Höchstbetrag pro Kunde: legt die Bank nach ihren Kriterien und dem Bedarf des Kunden fest.
  • Finanzierung: bis zu 100 % des Finanzierungsbedarfs.
  • Laufzeit: 1 bis 20 Jahre, mit bis zu 3 tilgungsfreien Jahren.
  • Zinssatz: fest oder variabel, nach den Konditionen der vermittelnden Bank.
  • Anfangskosten: Die Bank kann eine Bearbeitungsgebühr erheben, diese Bearbeitungsgebühr und der Zinssatz zusammen dürfen aber den vom ICO festgelegten maximalen effektiven Jahreszins (TAE) nicht überschreiten.
  • Vorzeitige Rückzahlung: möglich, mit einer Vorfälligkeitsgebühr von bis zu 1 % (fester Zins) bzw. 0,5 % (variabler Zins).

So beantragen Sie die Finanzierung

  1. Wenden Sie sich an eine Bank, die als Vermittlungsbank des ICO tätig ist.
  2. Legen Sie Ihr Übernahmeprojekt mit einem Businessplan vor.
  3. Die Bank prüft das Risiko und schließt die Finanzierung bei positiver Entscheidung mit ICO-Mitteln ab.

Vorteile

  • Sie kann bis zu 100 % des Finanzierungsbedarfs abdecken.
  • Längere Laufzeiten mit großzügigen tilgungsfreien Zeiten.
  • Begrenzte Höchstkosten: Bearbeitungsgebühr und Zinsen zusammen dürfen den vom ICO festgelegten maximalen effektiven Jahreszins nicht überschreiten.

Nachteile

  • Nicht alle Banken bearbeiten ICO-Finanzierungen für Unternehmensübernahmen (manche beschränken sie auf materielles Anlagevermögen).
  • Das Verfahren kann die Genehmigungsdauer verlängern.
  • Die Verfügbarkeit ist auf den Gültigkeitszeitraum der Linie begrenzt (2026 sind Abschlüsse das ganze Jahr über möglich).

Was ist ein Verkäuferdarlehen (Vendor Finance)?

Beim Verkäuferdarlehen (Vendor Finance) erklärt sich der Verkäufer des Unternehmens bereit, einen Teil des Kaufpreises gestundet zu erhalten, und wird so vorübergehend selbst zum Finanzierer der Transaktion. Es ist eines der nützlichsten Instrumente bei KMU-Übernahmen, besonders wenn die Bankfinanzierung die Lücke zwischen Eigenkapital und Kaufpreis nicht vollständig schließt.

Typische Konditionen in Spanien

KriteriumÜbliche Spanne
Anteil am KaufpreisEin Teil des Kaufpreises, je nach Transaktion
ZahlungsfristMehrere Jahre
ZinssatzZwischen den Parteien vereinbart
SicherheitenVerpfändung der Geschäftsanteile, persönliche Bürgschaft
NachrangIn der Regel nachrangig gegenüber der Bankschuld

Warum der Verkäufer bereit ist, den Käufer zu finanzieren

Auf den ersten Blick mag das widersprüchlich wirken: Warum sollte der Verkäufer darauf verzichten, beim Abschluss den gesamten Preis zu erhalten? Dafür gibt es mehrere typische Gründe:

  • Es erleichtert den Verkauf: Der Kreis der Käufer, die die Transaktion stemmen können, wird größer.
  • Vertrauenssignal: Der Verkäufer zeigt, dass er an den Fortbestand des Unternehmens glaubt.
  • Steuervorteil: Wird die letzte Rate mehr als ein Jahr nach dem Verkauf fällig, kann der Verkäufer den Gewinn nach Maßgabe der Zahlungseingänge versteuern (Art. 14.2.d der Ley 35/2006 – spanisches Einkommensteuergesetz; für Gesellschaften Art. 11.4 der Ley 27/2014 – spanisches Körperschaftsteuergesetz); das sollten Sie mit einem Steuerberater klären.
  • Höherer Preis: Im Gegenzug für entgegenkommende Zahlungsbedingungen kann der Verkäufer einen höheren Preis aushandeln.

Vorteile für den Käufer

  • Verringert den Bedarf an Bankfinanzierung.
  • Gleichgerichtete Interessen: Der Verkäufer hat einen Anreiz, eine geordnete Übergabe zu unterstützen.
  • Flexiblere Konditionen als bei einer Bank.

Nachteile für den Käufer

  • Der Verkäufer kann zusätzliche Sicherheiten verlangen (restriktive Klauseln, Rückkaufrecht usw.).
  • Es entsteht eine Zahlungsverpflichtung, die den verfügbaren Cashflow in den ersten Jahren verringert.

Wie funktioniert ein Earn-out beim Kauf eines Unternehmens?

Ein Earn-out ist ein Mechanismus, bei dem ein Teil des Kaufpreises von der künftigen Entwicklung des Unternehmens nach der Übernahme abhängt. Der Käufer zahlt beim Abschluss einen Anfangsbetrag und den Rest nur, wenn das Unternehmen bestimmte Ziele erreicht – in der Regel beim Umsatz oder EBITDA – über einen nach dem Abschluss vereinbarten Zeitraum.

Beispiel

  • Vereinbarter Gesamtpreis: 1.000.000 €.
  • Zahlung beim Abschluss: 750.000 €.
  • Earn-out: 250.000 €, zahlbar in zwei jährlichen Raten von 125.000 €, unter der Bedingung, dass das Unternehmen jedes Jahr ein EBITDA von mindestens 200.000 € erzielt.

Wann ein Earn-out sinnvoll ist

  • Wenn Käufer und Verkäufer sich nicht auf den Preis einigen: Der Earn-out überbrückt die Differenz, indem ein Teil der Zahlung an tatsächliche Ergebnisse geknüpft wird.
  • Wenn das Unternehmen stark vom Verkäufer abhängt: Er stellt sicher, dass der Verkäufer sich während der Übergabe engagiert.
  • In zyklischen oder unsicheren Branchen: Er verringert das Risiko, zu viel zu bezahlen.

Um zu verstehen, wie der Preis eines Unternehmens zustande kommt, bevor Sie über die Finanzierung verhandeln: Lesen Sie unseren Leitfaden dazu, was ein Unternehmen mit 1 Mio. € Umsatz wert ist.

Vorteile

  • Verringert die Anfangsinvestition.
  • Schützt den Käufer vor einer Überbewertung.
  • Gibt dem Verkäufer einen Anreiz, die Übergabe zu unterstützen.

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Nachteile

  • Aufwendige Definition der Kennzahlen und ihrer Prüfung.
  • Mögliche Konfliktquelle nach dem Abschluss.
  • Der Verkäufer könnte versuchen, kurzfristige Ergebnisse zulasten der langfristigen Entwicklung aufzublähen.

Welche Rolle spielen Private Equity und Search Funds?

Private Equity und Search Funds sind eine Finanzierungsalternative für Käufer, die nicht über ausreichend Eigenkapital, wohl aber über Managementfähigkeiten verfügen. In beiden Fällen stellt ein externer Investor das Kapital im Gegenzug für eine Beteiligung am übernommenen Unternehmen bereit.

Search Funds

Ein Search Fund ist ein Investmentvehikel, bei dem ein Unternehmer (der „Searcher“) Kapital von Investoren einsammelt, um ein KMU zu suchen, zu übernehmen und zu führen. Laut der IESE-Studie International Search Funds–2026 gehört Spanien zu den europäischen Ländern mit den meisten Search Funds.

  • Beitrag der Investoren: Bei Übernahmen europäischer Search Funds finanzierte das Kapital der Investoren im Durchschnitt 46 % des Kaufpreises (IESE).
  • Beteiligung des Searchers: ein Minderheitsanteil am Eigenkapital (mit Vesting).
  • Profil des Zielunternehmens: hochwertige (zum Beispiel wiederkehrende) Umsätze, hohe EBITDA-Margen und eine wachsende Branche; im Median hat eine internationale Übernahme einen Kaufpreis von 12 Millionen US-Dollar und eine EBITDA-Marge von 26 % (IESE).

Klassisches Private Equity

Private-Equity-Fonds beteiligen sich an größeren Transaktionen, doch einige auf Small Caps spezialisierte Fonds sind auch im KMU-Segment tätig.

Vorteile

  • Zugang zu erheblichem Kapital ohne persönliche Verschuldung.
  • Strategische Unterstützung und das Netzwerk des Investors.
  • Externe Bestätigung der Transaktion.

Nachteile

  • Verwässerung: Der Käufer gibt einen erheblichen Teil des Eigenkapitals ab.
  • Weniger Autonomie bei Managemententscheidungen.
  • Erwartung eines mittelfristigen Exits.

Was ist ein Management-Buy-out (MBO) und wie wird er finanziert?

Ein Management-Buy-out (MBO) ist die Übernahme eines Unternehmens durch das eigene Management oder durch Schlüsselmitarbeiter. Diese Form eignet sich besonders, wenn der Inhaber in den Ruhestand gehen möchte und es keinen Nachfolger in der Familie gibt, wohl aber ein Team, das das Geschäft in- und auswendig kennt.

Typische Finanzierungsstruktur eines MBO

Ein MBO kombiniert mehrere Quellen, weil die Führungskräfte selten über ausreichend Eigenkapital verfügen:

  1. Eigenkapital der Führungskräfte: ein kleiner Teil des Kaufpreises.
  2. Vorrangiges Bankdarlehen (Senior): der Hauptteil (besichert durch die Vermögenswerte des Unternehmens).
  3. Verkäuferdarlehen des ausscheidenden Inhabers: ein erheblicher Teil.
  4. Mezzanine- oder Nachrangkapital: eine ergänzende Tranche bei größeren Transaktionen.

Vorteile

  • Kontinuität des Teams und des Wissens über das Geschäft.
  • Sanfterer Übergang für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten.
  • Der Verkäufer gewährt aufgrund des Vertrauensverhältnisses meist günstige Konditionen.

Nachteile

  • Die Führungskräfte gehen ein erhebliches persönliches finanzielles Risiko ein.
  • Es kann zu Spannungen mit Mitarbeitern kommen, die nicht an der Transaktion beteiligt sind.
  • Die Finanzierung ist wegen des geringeren verfügbaren Eigenkapitals meist komplexer.

Beispiel: Wie wird die Finanzierung einer Übernahme strukturiert?

Ein Käufer, der ein Vertriebsunternehmen in Castellón für 800.000 € übernimmt, könnte 500.000 € über die Bank, 200.000 € über ein Verkäuferdarlehen und 100.000 € aus Eigenkapital finanzieren. So sähe die vollständige Struktur aus:

QuelleBetrag% des KaufpreisesUngefähre jährliche KostenLaufzeit
Eigenkapital100.000 €12,5 %——
Bankdarlehen500.000 €62,5 %Euribor + 3 %7 Jahre
Verkäuferdarlehen200.000 €25 %4 % fest3 Jahre
Gesamt800.000 €100 %——

Geschätzter jährlicher Schuldendienst

  • Bank: ~86.000 €/Jahr (Tilgung + Zinsen, ohne tilgungsfreie Zeit, bei einem Euribor von 2 %).
  • Verkäuferdarlehen: ~72.000 €/Jahr (Tilgung + Zinsen).
  • Gesamter Schuldendienst: ~158.000 €/Jahr in den ersten 3 Jahren, ~86.000 €/Jahr von Jahr 4 bis 7.

Erwirtschaftet das Unternehmen ein bereinigtes EBITDA von 250.000 €, läge der Schuldendienstdeckungsgrad (EBITDA / Schuldendienst) in den ersten Jahren bei 1,6x – ein Spielraum, den Sie mit den Anforderungen der jeweiligen Bank abgleichen sollten.

Optimierung mit einer ICO-Linie

Wird ein Teil des Bankdarlehens über eine ICO-Linie abgewickelt, könnte der Käufer Folgendes erreichen:

  • Einen potenziell niedrigeren Zinssatz.
  • Eine Laufzeit von bis zu 20 Jahren mit tilgungsfreier Zeit.
  • Vom ICO begrenzte Höchstkosten (effektiver Jahreszins).

Das würde den jährlichen Schuldendienst senken und den Deckungsgrad verbessern, sodass dem Käufer mehr Spielraum für Investitionen in das Wachstum des Unternehmens bleibt.

Welche Finanzierungsfehler sollten Sie beim Kauf eines Unternehmens vermeiden?

Der häufigste Fehler ist, den Liquiditätsbedarf nach der Übernahme zu unterschätzen. Viele Käufer konzentrieren ihre gesamte Planung auf die Finanzierung des Kaufpreises und vergessen, dass das Unternehmen Betriebskapital, Investitionen und einen Puffer für Unvorhergesehenes braucht.

Weitere häufige Fehler:

  • Sich auf eine einzige Finanzierungsquelle verlassen: Sagt die Bank Nein, platzt die Transaktion. Ein Plan B ist immer nötig.
  • Kein Verkäuferdarlehen verhandeln: Viele Käufer sprechen es nicht einmal an und verschenken so ein wertvolles Instrument.
  • Einen schlecht definierten Earn-out akzeptieren: Unklare Kennzahlen führen zu Konflikten nach dem Abschluss.
  • Bank-Covenants ignorieren: Sie können Ihren unternehmerischen Spielraum einschränken (Beschränkungen bei Dividenden, Investitionen, zusätzlicher Verschuldung).
  • Auf spezialisierte Beratung verzichten: Eine gut gestaltete Finanzierungsstruktur kann Zinsen in Höhe von mehreren Zehntausend Euro sparen und die Transaktion sicherer machen.

Häufig gestellte Fragen zur Finanzierung eines Unternehmenskaufs

Kann man ein Unternehmen ohne eigenes Geld kaufen?

In der Praxis ist es äußerst schwierig, ein Unternehmen zu kaufen, ohne eigenes Kapital einzubringen. Selbst bei stark fremdfinanzierten MBOs bringen die Käufer einen Teil des Kaufpreises selbst auf. Möglich ist es aber, den Eigenanteil zu verringern, indem man Verkäuferdarlehen, Earn-outs und ICO-Finanzierung kombiniert.

Wie lange braucht eine Bank, um einen Kredit für einen Unternehmenskauf zu genehmigen?

Die Bankgenehmigung für Unternehmensübernahmen dauert in der Regel mehrere Monate, vom ersten Gespräch bis zur Unterzeichnung des Finanzierungsvertrags. Es ist wichtig, die Gespräche mit der Bank parallel zu den Verhandlungen mit dem Verkäufer aufzunehmen.

Kann ich eine ICO-Linie für den Kauf eines Unternehmens nutzen?

Ja, mit der Linie ICO Empresas y Emprendedores lässt sich der Erwerb produktiven Anlagevermögens finanzieren, einschließlich des Kaufs laufender Unternehmen. 2026 kann sie bis zu 100 % des Bedarfs abdecken; Abschlüsse sind das ganze Jahr über möglich.

Welche Sicherheiten verlangt eine Bank für die Finanzierung eines Unternehmenskaufs?

Banken verlangen meist eine Kombination von Sicherheiten: persönliche Bürgschaften des Käufers, die Verpfändung der Geschäftsanteile des übernommenen Unternehmens und mitunter eine Hypothek auf Immobilien. Hinzu kommen können Financial Covenants (Schuldendienstdeckungsgrad, Verschuldungsgrenzen usw.).

Was ist besser: Verkäuferdarlehen oder Earn-out?

Es sind unterschiedliche Instrumente. Das Verkäuferdarlehen ist schlicht eine Stundung der Zahlung bei festem Preis. Der Earn-out knüpft einen Teil des Preises an künftige Ergebnisse. Das Verkäuferdarlehen ist einfacher und besser planbar; der Earn-out ist nützlich, wenn die Bewertungen auseinanderliegen. Am häufigsten wird das Verkäuferdarlehen genutzt; Earn-outs bleiben besonderen Fällen vorbehalten.

Sind Search Funds in der Valencianischen Gemeinschaft aktiv?

Ja. In Spanien tätige Search Funds können in jeder Region nach Übernahmegelegenheiten suchen, auch in der Valencianischen Gemeinschaft. Laut IESE gehört Spanien zu den europäischen Ländern mit den meisten Search Funds.

Was kostet die Finanzierung eines Unternehmenskaufs insgesamt?

Das hängt von der Struktur ab, aber als Richtwert: Eine Transaktion über 800.000 €, zu 62,5 % mit Bankschulden zu Euribor + 3 % (7 Jahre) und zu 25 % mit einem Verkäuferdarlehen zu 4 % (3 Jahre) finanziert, verursacht bei gleichbleibenden jährlichen Raten und einem Euribor von 2 % über die gesamte Laufzeit rund 121.000 € an Zinsen.

Kann ich den Kauf eines Unternehmens finanzieren, das Verluste schreibt?

Für ein Unternehmen mit Verlusten ist eine Bankfinanzierung sehr schwer zu bekommen, da die Bank die Rückzahlungsfähigkeit anhand des Cashflows beurteilt. Sind die Verluste jedoch vorübergehend und können Sie einen glaubwürdigen Sanierungsplan vorlegen, kommen Eigenkapital, private Investoren oder ein deutlich reduzierter Preis mit Verkäuferdarlehen in Frage.

Fazit: Planen Sie die Finanzierung, bevor Sie ein Unternehmen suchen

Die Finanzierung ist einer der kritischsten – und am meisten unterschätzten – Bausteine beim Kauf eines Unternehmens. Die verfügbaren Optionen zu kennen, sie klug zu kombinieren und die Genehmigungsfristen einzuplanen, entscheidet oft darüber, ob die Transaktion erfolgreich abgeschlossen wird oder verloren geht.

Wenn Sie den Kauf eines Unternehmens in der Valencianischen Gemeinschaft oder anderswo in Spanien erwägen, ist der erste Schritt, Ihre tatsächliche finanzielle Leistungsfähigkeit zu kennen. Entdecken Sie die zum Verkauf stehenden Unternehmen auf unserer Plattform und wenden Sie sich an unser Team, wenn Sie Orientierung bei der Strukturierung der Finanzierung brauchen.

Quellen

  • Instituto de Crédito Oficial (ICO) (staatliche spanische Förderbank). ICO Empresas y Emprendedores: ficha de producto (vigencia 2026) (Produktblatt der ICO-Linie für Unternehmen und Gründer). ico.es
  • IESE Business School. International Search Funds–2026: Selected observations (2026). iese.edu
  • Ley 35/2006, de 28 de noviembre, del Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas (spanisches Einkommensteuergesetz). Artikel 14.2.d: Raten- und Stundungsgeschäfte. boe.es
  • Ley 27/2014, de 27 de noviembre, del Impuesto sobre Sociedades (spanisches Körperschaftsteuergesetz). Artikel 11.4: Raten- und Stundungsgeschäfte. boe.es
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